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Kalorientabelle Öle: Kalorien, Fettsäuren und Nährwerte aller wichtigen Speiseöle im Vergleich

Kalorientabelle ÖleSpeiseöle gehören zu den kalorienreichsten Lebensmitteln überhaupt – und gleichzeitig zu den ernährungsphysiologisch bedeutsamsten. Ob Olivenöl, Rapsöl, Leinöl oder Kokosöl: Alle pflanzlichen Öle bestehen nahezu ausschließlich aus Fett und liefern pro 100 ml zwischen 820 und 900 Kilokalorien. Dennoch sind die Unterschiede erheblich – nicht beim Kaloriengehalt, sondern bei der Zusammensetzung der Fettsäuren, dem Rauchpunkt und der gesundheitlichen Wirkung. Diese Kalorientabelle Öle gibt einen vollständigen Überblick und erklärt, worauf es bei der Wahl des richtigen Öls ankommt.

Warum alle Öle ähnlich viele Kalorien haben

Fett liefert unabhängig von seiner Herkunft stets etwa 9 Kilokalorien pro Gramm – das gilt für tierische ebenso wie für pflanzliche Fette. Da Speiseöle zu nahezu 100 Prozent aus Fett bestehen und kaum Wasser enthalten, unterscheiden sich ihre Kaloriengehalte kaum voneinander. Kokosöl, Olivenöl und Leinöl liegen alle im Bereich von 820 bis 900 kcal pro 100 ml.

Wissenschaftliche Studien belegen jedoch, dass die Art der enthaltenen Fettsäuren – gesättigt, einfach ungesättigt oder mehrfach ungesättigt – maßgeblich darüber entscheidet, wie sich ein Öl auf Herz-Kreislauf-Gesundheit, Entzündungsprozesse und den Cholesterinspiegel auswirkt. Die Kalorienmenge allein ist daher kein ausreichendes Kriterium bei der Wahl eines Speiseöls.

Kalorientabelle Öle – Nährwerte und Fettsäuren pro 100 ml

Die folgende Tabelle listet alle wichtigen Speise- und Küchenfette mit ihren Kalorienangaben, dem Fettgehalt sowie dem Anteil gesättigter, einfach ungesättigter und mehrfach ungesättigter Fettsäuren. Zusätzlich ist der Rauchpunkt angegeben, der für die Verwendbarkeit zum Braten und Frittieren entscheidend ist. Alle Angaben beziehen sich auf 100 ml bzw. 100 g und sind ernährungswissenschaftliche Richtwerte.

Öl / Fett kcal/100 ml Fett (g) Gesätt. FS (g) Einfach unges. FS (g) Mehrfach unges. FS (g) Rauchpunkt (°C) Kategorie
Olivenöl (nativ extra) 884 100 14 73 11 160–190 Kaltgepresst
Olivenöl (raffiniert) 884 100 14 73 11 200–220 Raffiniert
Rapsöl (kaltgepresst) 828 92 7 60 32 130–190 Kaltgepresst
Rapsöl (raffiniert) 828 92 7 60 32 200–230 Raffiniert
Sonnenblumenöl (kaltgepresst) 884 100 10 26 64 107–130 Kaltgepresst
Sonnenblumenöl (raffiniert) 884 100 10 26 64 210–230 Raffiniert
Kokosöl (nativ) 862 99 87 6 2 170–185 Kaltgepresst
Leinöl 884 100 9 19 72 107 Kaltgepresst
Walnussöl 884 100 9 23 63 160 Kaltgepresst
Kürbiskernöl 884 100 18 29 52 130 Kaltgepresst
Sesamöl (kaltgepresst) 884 100 14 40 42 175 Kaltgepresst
Sesamöl (geröstet) 884 100 14 40 42 210 Geröstet
Maiskeimöl 884 100 13 28 55 200–215 Raffiniert
Sojaöl 884 100 16 23 58 160–230 Raffiniert
Erdnussöl 884 100 17 46 32 160–230 Raffiniert
Avocadoöl 884 100 12 71 14 250–270 Kaltgepresst
Mandelöl 884 100 8 70 20 216 Kaltgepresst
Haselnussöl 884 100 8 78 11 220 Kaltgepresst
Traubenkernöl 884 100 10 16 70 195–216 Kaltgepresst
Hanföl 884 100 9 12 76 165 Kaltgepresst
Distelöl 884 100 8 15 75 107–130 Kaltgepresst
Palmöl 884 100 50 38 10 200–220 Raffiniert
Macadamiaöl 884 100 15 80 4 200–210 Kaltgepresst
Butter 741 83 52 21 3 150–175 Tierisches Fett
Ghee (geklärte Butter) 876 99 62 28 4 190–250 Tierisches Fett
Schweineschmalz 891 99 40 45 11 180–200 Tierisches Fett
Margarine (Pflanzenfett) 718 80 18 32 28 160 Pflanzenfett
Frittierfett (pflanzlich) 884 100 45 38 15 200–230 Pflanzenfett
Schwarzkümmelöl 884 100 16 24 57 Nicht zum Erhitzen Kaltgepresst
Arganöl 884 100 20 46 33 160 Kaltgepresst

Gesättigte, einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren – was steckt dahinter?

Die Qualität eines Speiseöls hängt wesentlich von seiner Fettsäurezusammensetzung ab. Gesättigte Fettsäuren – reichlich vorhanden in Kokosöl, Palmöl, Butter und Ghee – sind hitzestabil, stehen aber bei übermäßigem Verzehr im Zusammenhang mit einem erhöhten LDL-Cholesterinspiegel. Einfach ungesättigte Fettsäuren, wie sie Olivenöl, Avocadoöl und Haselnussöl in großen Mengen enthalten, gelten als herzschützend und sind ebenfalls gut erhitzbar.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren – darunter die essenziellen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren – sind auf Zufuhr über die Nahrung angewiesen, da der Körper sie nicht selbst herstellen kann. Leinöl, Hanföl und Walnussöl sind besonders reich an Omega-3-Fettsäuren. Die langjährige Erfahrung zeigt, dass ein günstiges Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 (idealerweise 5:1 oder besser) durch den regelmäßigen Einsatz von Rapsöl und Leinöl gut zu erreichen ist.

Rauchpunkt – warum er beim Kochen und Braten entscheidend ist

Der Rauchpunkt gibt die Temperatur an, ab der ein Öl zu rauchen beginnt und sich dabei schädliche Verbindungen wie Acrolein und freie Radikale bilden können. Für das scharfe Anbraten und Frittieren eignen sich daher ausschließlich hitzestabile Öle mit hohem Rauchpunkt: raffiniertes Rapsöl, Avocadoöl, Ghee oder raffiniertes Sonnenblumenöl. Kaltgepresste Öle wie Leinöl, Kürbiskernöl oder natives Olivenöl extra sollten hingegen ausschließlich kalt verwendet werden – als Salatöl, zum Verfeinern oder nach dem Kochen zugegeben.

Es hat sich in der Praxis bewährt, für den Küchenalltag mindestens zwei Öle vorrätig zu haben: ein hitzestabiles Öl zum Braten sowie ein hochwertiges kaltgepresstes Öl für die kalte Küche.

Top 10 – Öle mit dem günstigsten Fettsäureprofil

Die folgende geordnete Liste zeigt die zehn Speiseöle mit dem ernährungsphysiologisch vorteilhaftesten Fettsäureprofil. Die Bewertung berücksichtigt den hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren, ein günstiges Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis sowie weitere wertgebende Inhaltsstoffe wie Vitamin E oder sekundäre Pflanzenstoffe.

Top 10: Öle mit bestem Fettsäureprofil

  1. Leinöl – mit bis zu 57 % Alpha-Linolensäure (Omega-3) das Öl mit dem höchsten pflanzlichen Omega-3-Anteil; ausschließlich kalt verwenden
  2. Rapsöl – optimales Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis (ca. 2:1), vielseitig einsetzbar, auch zum Erhitzen geeignet
  3. Hanföl – enthält Omega-3 und Omega-6 im idealen Verhältnis von 3:1; zudem reich an Gamma-Linolensäure
  4. Walnussöl – sehr hoher Omega-3-Gehalt, nussiges Aroma; ideal für Salate und kalte Speisen
  5. Avocadoöl – besonders reich an einfach ungesättigten Fettsäuren (über 70 %), hoher Rauchpunkt, reich an Vitamin E
  6. Olivenöl (nativ extra) – hoher Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren und antioxidativen Polyphenolen; Grundlage der mediterranen Ernährung
  7. Haselnussöl – bis zu 78 % einfach ungesättigte Fettsäuren; milder Geschmack, gut für kalte Anwendungen
  8. Mandelöl – reich an einfach ungesättigten Fettsäuren und Vitamin E; geschmacklich dezent und vielseitig
  9. Distelöl – sehr hoher Linolsäuregehalt (Omega-6); nur für kalte Verwendung geeignet
  10. Schwarzkümmelöl – hoher Anteil an Thymochinon und mehrfach ungesättigten Fettsäuren; traditionell als Gesundheitsöl genutzt

Häufig gestellte Fragen zur Kalorientabelle Öle

Haben alle Speiseöle gleich viele Kalorien?

Nahezu ja. Da alle Speiseöle zu fast 100 Prozent aus Fett bestehen und kaum Wasser enthalten, liegen sie kalorisch sehr eng beieinander – in der Regel zwischen 820 und 900 kcal pro 100 ml. Butter und Margarine haben durch ihren Wasseranteil etwas weniger Kalorien (ca. 718–741 kcal/100 g). Der entscheidende Unterschied liegt nicht in den Kalorien, sondern in der Fettsäurezusammensetzung und dem Rauchpunkt.

Welches Öl ist am gesündesten?

Eine pauschale Antwort ist schwierig, da „gesund“ von der Verwendung abhängt. Für die kalte Küche gilt Leinöl durch seinen hohen Omega-3-Gehalt als besonders wertvoll. Für allgemeine Koch- und Bratanwendungen ist raffiniertes Rapsöl aufgrund seines günstigen Fettsäureprofils und seines hohen Rauchpunkts eine sehr gute Wahl. Olivenöl (nativ extra) ist durch seinen Polyphenolgehalt besonders für die mediterrane Ernährung empfehlenswert.

Welches Öl eignet sich zum Frittieren?

Zum Frittieren eignen sich ausschließlich hitzestabile Öle mit einem Rauchpunkt über 200 °C. Empfehlenswert sind raffiniertes Rapsöl, raffiniertes Sonnenblumenöl, Avocadoöl, Ghee oder spezielles Frittierfett. Kaltgepresste Öle wie Leinöl, Walnussöl oder natives Olivenöl extra sind für das Frittieren ungeeignet, da sie bei hohen Temperaturen schädliche Verbindungen bilden können.

Wie viel Öl pro Tag ist empfehlenswert?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen eine tägliche Fettzufuhr von 30 bis 35 Prozent der Gesamtkalorien, wobei pflanzliche Öle bevorzugt werden sollten. Als Richtwert für Speiseöl gelten etwa 1 bis 2 Esslöffel (10 bis 20 ml) pro Person und Tag – entsprechend etwa 88 bis 176 kcal. Diese Menge deckt den Bedarf an essenziellen Fettsäuren und fettlöslichen Vitaminen.

Was ist der Unterschied zwischen kaltgepresstem und raffiniertem Öl?

Kaltgepresste Öle werden mechanisch ohne Wärmezufuhr gewonnen und behalten dadurch ihre natürlichen Aromen, Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe. Ihr Rauchpunkt ist jedoch meist niedriger. Raffinierte Öle durchlaufen industrielle Reinigungs- und Entschleimungsschritte – dadurch steigt der Rauchpunkt deutlich, während Geschmackstoffe und manche Inhaltsstoffe reduziert werden. Für die kalte Küche sind kaltgepresste Öle vorzuziehen; zum Braten und Frittieren sind raffinierte Öle besser geeignet.

Quellen und weiterführende Informationen

Stand der Informationen: Juni 2026

Hinweis zur Autorenschaft: Dieser Artikel wurde auf Basis aktueller Fachliteratur, Nährwertdatenbanken und allgemein zugänglicher Informationen erstellt. Alle Nährwertangaben sind Richtwerte und können je nach Herstellungsverfahren und Quelle abweichen. Alle Angaben ohne Gewähr.