Bei bestimmten Erkrankungen, insbesondere bei fortgeschrittener Nierenschwäche, kann eine gezielte Auswahl von Lebensmitteln mit wenig Kalium notwendig werden. Dieser Ratgeber zeigt, welche Nahrungsmittel sich für eine kaliumarme Ernährung eignen, welche eher gemieden werden sollten und mit welchen Zubereitungstricks sich der Kaliumgehalt zusätzlich senken lässt. Wer betroffen ist, findet hier eine praxisnahe Orientierung für den Alltag am Herd und beim Einkauf.
Warum eine kaliumarme Ernährung notwendig sein kann
Kalium ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff, der unter anderem den Flüssigkeitshaushalt der Zellen reguliert und die Reizweiterleitung in Nerven sowie die Pumpfunktion des Herzens unterstützt. Bei gesunden Menschen scheiden die Nieren überschüssiges Kalium zuverlässig aus, sodass eine ausgewogene, kaliumreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse sogar empfehlenswert ist. Ist die Nierenfunktion jedoch eingeschränkt, kann Kalium nicht mehr ausreichend ausgeschieden werden, wodurch der Kaliumspiegel im Blut gefährlich ansteigen kann. Da Kalium zu einem Großteil über die Nieren ausgeschieden wird, betrifft dieses Risiko vor allem Menschen in fortgeschrittenen Krankheitsstadien.
Ein zu hoher Kaliumspiegel, medizinisch Hyperkaliämie genannt, kann zu Herzrhythmusstörungen führen und gilt in ausgeprägter Form als lebensbedrohlich. Aus diesem Grund empfehlen Ärzte bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz häufig eine Anpassung der Ernährung. Wichtig zu wissen: Eine strikte Einschränkung ist nicht bei jeder Nierenerkrankung automatisch notwendig, sondern richtet sich nach den individuellen Blutwerten. Neuere Untersuchungen stellen zudem infrage, ob pauschale Kaliumrestriktionen in jedem Stadium sinnvoll sind, weshalb eine Anpassung stets in Absprache mit Ärztin, Arzt oder Ernährungsfachkraft erfolgen sollte.
Lebensmittel mit wenig Kalium: Diese Auswahl eignet sich gut
Zu den Lebensmitteln mit wenig Kalium zählen vor allem stark verarbeitete Getreideprodukte wie Weißbrot, Weißmehlnudeln und polierter Reis, da bei der Verarbeitung ein Großteil des ursprünglichen Kaliumgehalts verloren geht. Auch bestimmte Obst- und Gemüsesorten enthalten von Natur aus vergleichsweise wenig Kalium und lassen sich gut in eine ausgewogene Ernährung einbauen, ohne den Blutwert stark zu beeinflussen.
Die folgende Übersicht zeigt eine Auswahl geeigneter Lebensmittel mit wenig Kalium für Personen, die aus medizinischen Gründen auf ihre Kaliumzufuhr achten müssen. Die genannten Mengen sollten dennoch stets mit dem individuellen Ernährungsplan abgeglichen werden.
| Lebensmittel | Kategorie |
|---|---|
| Apfel | Obst |
| Birne | Obst |
| Blaubeeren | Obst |
| Ananas | Obst |
| Gurke | Gemüse |
| Kopfsalat | Gemüse |
| Weißkohl | Gemüse |
| Radieschen | Gemüse |
| Weißbrot | Getreideprodukt |
| Weißer Reis | Getreideprodukt |
| Couscous | Getreideprodukt |
| Cornflakes | Getreideprodukt |
| Zwieback | Getreideprodukt |
| Quark, Sauerrahm | Milchprodukt |
| Eiweiß (Eiklar) | Sonstiges |
Kaliumreiche Lebensmittel, die Sie einschränken sollten
Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche eigentlich sehr gesunde Nahrungsmittel, die bei einer kaliumarmen Ernährung nur in Maßen verzehrt werden sollten. Dazu zählen vor allem Bananen, Aprikosen, Avocados, Kartoffeln, Tomaten, Trockenfrüchte, Nüsse sowie Hülsenfrüchte. Auch Vollkornprodukte enthalten deutlich mehr Kalium als vergleichbare Weißmehlprodukte und sollten bei strenger Einschränkung eher gemieden werden.
Besondere Vorsicht gilt bei Frucht- und Gemüsesäften sowie bei Tomatenmark und ähnlichen konzentrierten Produkten, da sich Kalium bei der Herstellung solcher Säfte und Pasten stark aufkonzentriert. Auch bei Kochsalzersatz ist Aufmerksamkeit gefragt: Viele Diätsalze bestehen aus Kaliumchlorid und sind daher für Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion ungeeignet, auch wenn sie auf den ersten Blick als gesündere Alternative zu herkömmlichem Salz erscheinen. Ein Blick auf die Zutatenliste verschafft hier schnell Klarheit, welche Produkte tatsächlich geeignet sind.
Praktische Tipps zur Zubereitung kaliumarmer Mahlzeiten
Da Kalium wasserlöslich ist, lässt sich der Gehalt in vielen Lebensmitteln durch gezielte Zubereitung senken. Bei Kartoffeln hat sich das sogenannte Wässern bewährt: Dafür werden geschälte, in Scheiben geschnittene Kartoffeln für einige Stunden in reichlich warmem Wasser eingelegt, bevor sie in frischem Wasser gargekocht werden. Auf diese Weise gibt ein erheblicher Teil des Kaliums an das Wasser ab, das anschließend weggeschüttet wird.
Auch bei anderem Gemüse hilft feines Zerkleinern in Kombination mit reichlich Kochwasser, den Kaliumgehalt zu senken, wobei ein Teil der wasserlöslichen Vitamine auf diese Weise ebenfalls verloren geht. Obst und Gemüse aus der Dose enthalten meist bereits weniger Kalium als frische Ware, sofern die Konservenflüssigkeit vor dem Verzehr abgegossen wird. Wer regelmäßig kocht, profitiert zudem von einem Ernährungstagebuch, in dem sich Mahlzeiten und die geschätzte Kaliummenge über den Tag hinweg übersichtlich festhalten lassen. So lässt sich mit der Zeit ein gutes Gefühl dafür entwickeln, welche Kombinationen aus Lebensmitteln im Alltag gut funktionieren, ohne jede Mahlzeit einzeln nachschlagen zu müssen.
Häufig gestellte Fragen zu kaliumarmer Ernährung
Wer sollte auf eine kaliumarme Ernährung achten?
In erster Linie Menschen mit fortgeschrittener Niereninsuffizienz sowie Personen mit nachgewiesener Hyperkaliämie. Ob und in welchem Umfang eine Einschränkung sinnvoll ist, sollte immer individuell mit dem behandelnden Ärzteteam abgeklärt werden.
Wie kann ich den Kaliumgehalt von Gemüse reduzieren?
Kleinschneiden und Garen in reichlich Wasser senkt den Kaliumgehalt spürbar, da Kalium wasserlöslich ist. Auch das Wässern von Kartoffeln vor dem Kochen sowie das Abgießen von Auftau- und Konservenflüssigkeit reduzieren die aufgenommene Menge zusätzlich.
Welche Lebensmittel enthalten besonders viel Kalium?
Besonders kaliumreich sind unter anderem Bananen, Avocados, Kartoffeln, Trockenfrüchte, Nüsse, Hülsenfrüchte sowie Frucht- und Gemüsesäfte. Auch Tomatenmark und Vollkornprodukte gehören zu den kaliumreicheren Lebensmitteln.
Ist eine kaliumarme Ernährung für gesunde Menschen sinnvoll?
Nein. Bei gesunder Nierenfunktion ist eine ausgewogene, eher kaliumreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse empfehlenswert. Eine Einschränkung ist in der Regel nur bei ärztlich festgestellten gesundheitlichen Gründen sinnvoll.
Quellenverzeichnis
Weiterführende Informationen und Ernährungsempfehlungen bei Nierenerkrankungen bietet der Bundesverband Niere e.V.: bundesverband-niere.de.